TeachFOCUS-Ratgeber · Förderung · 2 Min. Lesezeit
Förderbedarf Sprache im Unterricht
Beim Förderbedarf Sprache können Verstehen, Wortschatz, Satzbildung, Aussprache oder sprachliches Handeln unterschiedlich betroffen sein. Gute Unterstützung macht die fachliche Aufgabe sprachlich zugänglich, ohne dem Kind das Denken abzunehmen.
Kurz gesagt
- Fachliche und sprachliche Anforderung werden getrennt betrachtet.
- Klare Arbeitsaufträge, Wortspeicher und Satzbausteine entlasten das Sprachhandeln.
- Erst geschützte Sprechsituationen schaffen, dann vor der Gruppe sprechen lassen.
Sprachliche Hürden genau erkennen
Prüfen Sie vor der Stunde, welche Sprache zum Verstehen und welche Sprache zum Bearbeiten nötig ist. Ein Kind kann den Fachinhalt verstanden haben und trotzdem an einem mehrteiligen Auftrag oder an der Formulierung der Antwort scheitern.
Markieren Sie Fachwörter, ungewohnte Verben, lange Satzgefüge und unausgesprochene Erwartungen. So wird sichtbar, wo eine Sprachhilfe nötig ist und wo die fachliche Anforderung unverändert bleiben kann.
Arbeitsaufträge sprachlich entlasten
Ein klarer Auftrag nennt eine Handlung, das Material und das erwartete Ergebnis. Sprechen Sie ihn vor, zeigen Sie ihn sichtbar und lassen Sie ein Kind in eigenen Worten wiederholen, was zuerst zu tun ist.
- Pro Satz möglichst nur ein Arbeitsverb verwenden.
- Mehrteilige Aufträge nummerieren und schrittweise freigeben.
- Ein Beispiel für das erwartete Ergebnis zeigen.
- Symbole oder Hervorhebungen nur einheitlich und sparsam einsetzen.
Wörter und Sätze zum Benutzen anbieten
Ein Wortspeicher hilft nur, wenn die Wörter im Unterricht aktiv gebraucht werden. Verbinden Sie wenige zentrale Begriffe mit einfacher Erklärung, Bild oder Beispiel und greifen Sie sie in Aufgaben und Sicherung wieder auf.
Satzanfänge wie „Ich vermute …, weil …“ oder „Der Unterschied ist …“ geben eine Struktur für fachliches Sprechen. Sie können zunächst vollständig angeboten und später auf einzelne Schlüsselwörter reduziert werden.
Sprechen ohne Bloßstellung ermöglichen
Planen Sie vor dem Plenum eine Denkzeit, ein leises Ausprobieren oder einen Austausch zu zweit ein. Auswahlantworten, Zeigen, Zuordnen und Nachsprechen können erste Stufen sein, bevor eine freie Formulierung verlangt wird.
Greifen Sie Fehler möglichst durch ein korrektes sprachliches Echo auf, ohne den Beitrag abzuwerten. Entscheidend ist zuerst, dass das Kind sich beteiligt und fachlich weiterdenken kann.
So unterstützt TeachFOCUS
Wählen Sie bei einer Stunde oder einem Material den Förderbedarf „Sprache“. TeachFOCUS erstellt eine Fassung mit Wortspeicher, Satzanfängen, klar wiederkehrenden Arbeitsanweisungen, visuellen Stützen und entlasteten Sprechanlässen am selben fachlichen Inhalt.
Häufige Fragen
Ist Förderbedarf Sprache dasselbe wie Deutsch als Zweitsprache?
Nein. Mehrsprachigkeit ist kein Förderbedarf. Sprachliche Hilfen können beiden Gruppen nützen, beim sonderpädagogischen Förderbedarf Sprache müssen sie jedoch gezielt an den individuellen sprachlichen Barrieren ausgerichtet werden.
Soll ich sprachliche Fehler sofort korrigieren?
Nicht jeden Fehler und nicht in jeder Situation. Im fachlichen Gespräch hilft häufig ein korrektes Echo. Eine gezielte Korrektur ist sinnvoll, wenn die betreffende Form gerade Lerngegenstand ist und das Kind sie ohne Bloßstellung üben kann.
Aus dem Grundsatz wird Unterricht
Erstellen Sie fachlich gleichwertiges Material mit passenden Sprachhilfen für Ihre Lerngruppe.
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